Dienstag, 20. Februar 2007

Datensammlungen im Netz - Wermutstropfen bei der freien Nutzung des Internets

Meiner Meinung nach müsste jeder, der sich im Netz tummelt, schon damit beschäftigt haben - was denkt ihr, wie viele eurer persönlichen oder weniger persönlichen Daten schon auf irgendwelchen Servern ruhen und sehnsüchtig auf ihre Verwendung warten?
Ich wurde mal wieder auf das Thema aufmerksam, als ich den Blog von CptSalek las, der auf einen Telepolis Artikel verwies, der sich eben damit beschäftigt (witzigerweise habe ich mich im selben Gedankengang, in dem ich über Datensammlung im Netz nachdachte, dazu entschieden, einen Blog zu bauen). Nach der Lektüre dieses Artikels also, habe ich einmal begonnen mein persönliches Resume zu ziehen, wo meine Daten bisher in die virtuelle Landschaft geworfen wurden:
  1. GMail-Postfach: an sich eine wunderbare Sache, riesiges Postfach; Möglichkeit, Mails in Konversationen zu gruppieren, usw... Aber was tut google an der Stelle? Klar, Daten sammeln und sie zur "Verbesserung ihres Angebotes und ihres Services zu nutzen"... auf Deutsch Nutzerprofile erstellen, um User effektiver mit Werbung bewerfen zu können. Und das ist wahrscheinlich erst der Anfang.

  2. Dieser Blog... Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen

  3. mindestens 5793 Onlineshops, die natürlich alle behaupten, die Daten nicht weiterzugeben, selbst wenn sie das wirklich nicht tuen, Spam verschicken sie trotzdem...

  4. wenn nicht mehr als 3976 Foren, bei denen man natürlich gegenüber anderen Usern sehr offen ist, man freut sich ja auch, wenn man weiß, mit dem man es zu tun hat. Also gibt man zumindest mal seine zweite Mailadresse, einen groben Wohnort und Geburtsdatum an.
Auch das ist nur eine bruchteilhafte Aufführung dessen, wo man seine Daten so angibt, aber wenn ich mir das mal durchlese, finde ich es schon erschreckend. Wenn ich an dieser Stelle mal die Vorträge meines Freundes aufgreife (die ich zugegebenermaßen für ein bisschen apokalyptisch halte - aber irgendwann kommt die Apok
alypse) und mal den gläsernen Menschen, dessen Kaufverhalten, Gemütszustände, Wohnortwechsel, Studienfächer, Arbeitsumfelder und Interessensgebiete alle verstreut im Netz liegen erwähne, finde ich das schon bedrohlich. Wenn durch maschinell erstellte Profile aus diesen und anderen Indikatoren, irgendwann das Verhalten
des Menschens vorhergesehen, von der Industrie oder anderen Instititionen missbraucht wird und der Mensch somit manipuliert werden kann, ist das ein deutlicher Einschnitt in die Freiheit des Menschen, denn wenn man darüber nachdenkt, weitet
sich das Feld des Datenschutzes spontan in alle Lebensbereiche aus.

Vielleicht leben wir demnächst ja ohnehin alle im Netz. Was jetzt witzig klingt, finde ich an sich eine spannende Idee. Dieser Gedankengang mag durch die Litera
tur, die ich mir in letzter Zeit zu Gemüte geführt habe. Netzutopien vom feinsten: Der Otherland Zyklus vom (fast gottgleichen) Tad Williams und die Neuromancer Trilogie von William Gibson. Diese Werke werden den meisten von euch zumindest namentlich bekannt sein. Mich haben sie wirklich fasziniert.

Zum Einstieg ein Denkanstoß für alle, die sich denken "naja was interessiert mich, ob jemand weiß, was in meinen Emails steht. Das ist ein Satz, den ich ernsthaft schon aus vielen Quellen gehört habe. Aber wirklich geschockt hat mich die Reaktion der anderen Teilnehmer meines SoWi Kurses als wir die Einschränkung des Datenschutzes und der Bürgerrechte im Zusammenhang mit Terrorbekämpfung besprachen.
Ich habe kein Problem damit, jedem seine Meinung zu lassen, solange ich der Auffassung bin, dass Pro und Kontra abgewogen wurden und sich auf Basis von Fakten eine Meinung gebildet hat. Aber was da mitten in der aufstrebenden Jugend vor sich ging, hat mich gelinde gesagt irritiert. Keiner hat selbst ein Argument gegen Biometrische Pässe, Überwachung öffentlicher Plätze, Massenspeicherung von diversen Daten, etc. angebracht oder gar akzeptiert, denn "das ist doch alles für unsere Sicherheit, mir doch egal, ob jemand weiß, wann ich in Köln übern Neumarkt gehe".

Dazu fällt mir nur eins ein - gute Nacht liebe Welt

Die Saga beginnt...

"Ha! Das war doch klar, dass auch die Rhalina damit anfängt, einen Seelenstrip im Netz hinzulegen.", das mag jetzt wohl der eine oder andere denken. Wer meint, der soll!
Die Gründe, warum ich mich wirklich zum Bloggen habe hinreißen lassen sind von anderer Natur:
  1. Ich habe es genossen, andere Blogs zu lesen.

  2. Wenn man seine Freunde eher selten sehen kann, mit manchen noch nicht mal dazu kommt, via Jabber/ICQ o.ä. zu reden, kann man zumindest ein gehostetes Lebenszeichen von sich geben. Hier kann ich wieder aus eigener Erfahrung sprechen, dass ich von einigen Leuten, nicht wüsste, was sie so treiben. Klar liegt in diesem Argument eine Unterstützung, für die Faultheit, alte Freundschaften, nicht im realen Leben zu pflegen - ein bisschen Schwund gibt's leider immer und wie schon die uralten, weisen Wise Guys sangen: "Du kannst nicht alles haben *tsching tsching* Manches kann Dir dieses Leben eben einfach nicht geben".

  3. Auch ich trage ein gewisses Sendungsbewusstsein in mir, somit versuche ich, meinen Blog auch für sinnvolle Dinge wie z.B. Erfahrungsberichte o.ä. zu verwenden. Vielleicht hilft es ja jemandem von euch - ich verdanke es einem segensreiche
    n Blog, meinen mp3player problemlos unter Linux ansprechen zu können.

  4. Nach der Erfahrung, dass Bloglesen einen so wundervoll von der Arbeit abhalten kann, dachte ich mir, dass Blogschreiben, sich noch viel vorzüglicher dazu eignen könnte. So abends mit dem Laptop auf dem Schoß, ein Glas Whisky in der Hand usw.

  5. Nachdem ich angefangen habe, meinen ersten Eintrag zu schreiben, kam ich auf den Gedanken, ein Blog könne mich hoffentlich darin üben, für andere Menschen verständlich und angenehm zu formulieren, denn markant für meinen eigentlichen Stil sind eine Schar von Kommata, Semikolons; (Klammern), bei genauerer Überlegung auch Einschübe und beigeordnete Nebensatzkonstruktionen, kurz gesagt, neige ich zu einem auschweifenden Schweibstil und Bandwurmsätzen - tja bei Goethe und Kant war das Können, bei mir ist das eine Ausdrucksschwäche, an der ich zwar ungerne, aber um der Lesbarkeit durch andere Willen, arbeiten möchte. ;)
Rhlainas virtuelle Identität begrüßt Euch mit diesem Getippsle
logo

Wie ein Rollenspielcharakter Lebensgewohnheiten beeinflussen kann...

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Oi...
mmm... MMMMmm... MOKKA! Sie hat's gesagt, sie hat's...
Alariel - 10. Jun, 16:38
Noch so eine eifrige...
Noch so eine eifrige Bloggerin. ;-)
cptsalek - 14. Mai, 15:24
Ein ruhiger Morgen...
ist etwas Wunderbares und Seltenes. Trotzdem war mir...
Rhalina - 5. Mrz, 09:22
Rauch gegen Rauch
Wer hat das nicht schon einmal erlebt, man feiert eine...
Rhalina - 4. Mrz, 11:33
Die Welt ist hässlich...
Genauso begann der Tag heute. Das darf doch einfach...
Rhalina - 3. Mrz, 15:17

Links

Suche

 

Status

Online seit 564 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 10. Jun, 16:38

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB


Alltag
Rollenspiele
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren